Beauty & Anti-Aging

Frau sonnst sich am Strand

Sonne und Hautalterung ab 50: Wie viel Sonne ist eigentlich gesund?

Zwischen Sonnenanbeterin und Sonnenschutz-Fanatikerin

Ich muss gestehen: Ich liebe die Sonne.

Schon immer.

An einem schönen Sommertag an den See zu fahren, schwimmen zu gehen und die Wärme auf der Haut zu spüren, gehört für mich zu den schönsten Dingen überhaupt.

Einen echten Sonnenbrand hatte ich glücklicherweise nur sehr selten.

Trotzdem habe ich in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen, dass die Sonne intensiver geworden ist.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch.

Gleichzeitig hört man ständig widersprüchliche Empfehlungen:

  • Sonnencreme ist unverzichtbar.
  • Sonnencreme soll angeblich schädlich sein.
  • Vitamin D brauchen wir durch Sonnenlicht.
  • UV-Strahlen lassen die Haut altern.

Was stimmt denn nun?

Die Antwort liegt – wie so oft – irgendwo in der Mitte.

Warum Sonne unsere Haut altern lässt

Sonnenlicht besteht aus verschiedenen Strahlenarten.

Für die Hautalterung sind vor allem die UV-A- und UV-B-Strahlen verantwortlich.

Während UV-B-Strahlen eher Sonnenbrand verursachen, dringen UV-A-Strahlen tiefer in die Haut ein.

Dort können sie:

  • Kollagen abbauen
  • Elastinfasern schädigen
  • Pigmentflecken fördern
  • Faltenbildung beschleunigen

Tatsächlich gehen Experten davon aus, dass ein großer Teil der sichtbaren Hautalterung auf jahrelange Sonneneinstrahlung zurückzuführen ist.

Deshalb sprechen Dermatologen auch von sogenannter „Lichtalterung“.

Mehr zum Thema Kollagen ab 50 habe ich dir in diesem Beitrag zusammengefasst:

Wird die Sonne tatsächlich aggressiver?

Viele Menschen haben diesen Eindruck.

Tatsächlich schwankt die UV-Belastung je nach Jahreszeit, Region und Wetterbedingungen.

Durch den Klimawandel erleben wir häufiger:

  • längere Hitzeperioden
  • mehr Tage mit hoher UV-Belastung
  • intensivere Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten

Hinzu kommt:

Unsere Haut verändert sich mit zunehmendem Alter.

Sie regeneriert sich langsamer und wird empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen.

Deshalb nehmen viele Frauen die Sonne ab 50 anders wahr als früher.

Erfahre in diesem Beitrag, was du für eine strahlende Haut ab 50 tun kannst:

Wie viel Sonne braucht der Körper für Vitamin D?

Hier wird es spannend.

Denn Sonne ist nicht nur Risiko.

Sie erfüllt auch wichtige Aufgaben.

Unter Einfluss von UV-B-Strahlen bildet unsere Haut Vitamin D.

Vitamin D unterstützt unter anderem:

  • Knochen
  • Muskeln
  • Immunsystem

Für die Vitamin-D-Produktion reichen oft bereits kurze Aufenthalte im Freien.

Je nach Hauttyp, Jahreszeit und Tageszeit können schon etwa 10 bis 20 Minuten Sonne auf Gesicht, Arme und Hände ausreichend sein.

Stundenlanges Sonnenbaden ist dafür nicht notwendig.

Mehr Sonne bedeutet nicht automatisch mehr Vitamin D.

Ab einem bestimmten Punkt steigt vor allem die UV-Belastung – nicht mehr der Nutzen.

Nicht nur die Sonne ist wichtig für die Vitamin-D-Produktion und somit für die Knochendichte. Was du sonst noch tun kannst, um deine Knochen zu stärken und Osteoporose vorzubeugen, erfährst du in diesem Beitrag:

Sonnencreme: Schutz oder Gesundheitsrisiko?

Kaum ein Thema sorgt für so viele Diskussionen.

Manche Menschen befürchten, dass Sonnencremes gesundheitsschädlich sein könnten.

Tatsächlich werden einzelne Inhaltsstoffe immer wieder untersucht und diskutiert.

Die wissenschaftliche Gesamtbewertung ist jedoch deutlich:

Die Risiken durch übermäßige UV-Strahlung sind wesentlich besser belegt als mögliche Risiken zugelassener Sonnencremes.

Das bedeutet nicht, dass jede Sonnencreme perfekt ist.

Aber der Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung gilt weiterhin als wichtiger Bestandteil der Hautgesundheit.

Wer sich unsicher fühlt, kann auf Produkte mit modernen Filtern oder mineralischen Filtern zurückgreifen.

Ist Sonnenöl besser als Sonnencreme?

Ich verstehe die Frage gut.

Öl fühlt sich oft angenehmer an.

Die Haut wirkt geschmeidiger und gepflegter.

Allerdings sollte man zwischen Pflege und Sonnenschutz unterscheiden.

Ein klassisches Pflegeöl schützt die Haut kaum vor UV-Strahlen.

Sonnenöle enthalten dagegen zusätzliche UV-Filter.

Für die Hautpflege kann ein hochwertiges Öl nach dem Sonnenbaden durchaus angenehm sein.

Als alleiniger Sonnenschutz reicht normales Körperöl jedoch nicht aus. Dieser Mix aus Olivenöl mit Zitronensaft, der früher mal als Geheimtipp für schnelles Bräunen gehandelt wurde, ist als Sonnenschutz vollkommen ungeeignet.

Ich persönlich verwende ein gutes Sonnenöl mit Lichtschutzfaktor 30. Das pflegt die Haut und bietet mir den Schutz, den ich mir wünsche.

Wenn dich das Thema Hautschutz und insbesondere „Trockene Haut ab 50“ beschäftigt, habe ich hier einen spannenden Beitrag für dich:

Sonnenschutz-Mythen: Was stimmt wirklich?

Habe ich LSF 80, wenn ich LSF 50 und LSF 30 kombiniere?

Die kurze Antwort:

Nein.

Leider funktioniert Sonnenschutz nicht wie ein Sparbuch.

Der höhere Lichtschutzfaktor bestimmt den Schutz weitgehend.

Wenn du eine Tagescreme mit LSF 50 verwendest und darüber ein Make-up mit LSF 30 aufträgst, entsteht nicht automatisch LSF 80.

Der tatsächliche Schutz hängt davon ab:

  • wie viel Produkt du aufträgst
  • wie gleichmäßig die Produkte verteilt werden
  • wie lange du dich in der Sonne aufhältst

In der Praxis erhältst du meist ungefähr den Schutz des höheren Faktors – also eher LSF 50 als LSF 80.

Schade eigentlich. Sonst würden wir einfach drei Cremes übereinander auftragen und wären unverwundbar. 😄

Wie kommt der Lichtschutzfaktor überhaupt in die Sonnencreme?

Hier wird es interessant.

Sonnencremes enthalten spezielle UV-Filter.

Diese funktionieren auf unterschiedliche Weise:

Chemische Filter

Sie absorbieren einen Teil der UV-Strahlung und wandeln die Energie um.

Mineralische Filter

Sie enthalten beispielsweise Zinkoxid oder Titandioxid.

Diese Filter wirken wie winzige Schutzschilde auf der Hautoberfläche und reflektieren bzw. streuen UV-Strahlen.

Je nach Kombination und Konzentration dieser Filter entsteht der jeweilige Lichtschutzfaktor.

Der Faktor wird also nicht „hineingemischt“, sondern ergibt sich aus der Schutzwirkung der verwendeten UV-Filter.

Was bedeutet LSF 50 eigentlich?

Viele Menschen glauben:

LSF 50 schützt doppelt so gut wie LSF 25.

So einfach ist es nicht.

Grob vereinfacht:

  • LSF 30 blockiert etwa 97 % der UV-B-Strahlung.
  • LSF 50 blockiert etwa 98 %.

Der Unterschied ist kleiner, als viele vermuten.

Der größte Fehler ist deshalb nicht der „falsche“ Lichtschutzfaktor.

Der größte Fehler ist meist:

zu wenig Sonnencreme aufzutragen.

Darf ich die Sonnencreme vom letzten Jahr noch verwenden?

Jetzt kommen wir zur Millionenfrage. 😄

Und nein:

Die Kosmetikindustrie sitzt vermutlich nicht in geheimen Meetings zusammen und überlegt, wie sie uns jedes Jahr zu einer neuen Flasche Sonnenmilch überreden kann.

Zumindest hoffe ich das.

Warum Sonnencreme tatsächlich altern kann

UV-Filter sind chemische Verbindungen.

Mit der Zeit können sie sich verändern.

Zusätzlich wirken:

  • Wärme
  • Sonnenlicht
  • Luftkontakt
  • Feuchtigkeit

auf das Produkt ein.

Dadurch kann die Schutzwirkung nachlassen.

Gilt das auch für ungeöffnete Flaschen?

Hier wird oft nicht sauber unterschieden.

Ungeöffnet

Ist die Sonnencreme korrekt gelagert worden und das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht überschritten, kann sie oft weiterhin verwendet werden.

Geöffnet

Dann sieht die Sache anders aus.

Gerade wenn die Flasche:

  • am Strand lag
  • im heißen Auto war
  • mehrfach geöffnet wurde

kann die Qualität stärker leiden.

Mein persönlicher Test

Ich würde eine Sonnencreme entsorgen, wenn:

  • sie komisch riecht
  • sich Bestandteile getrennt haben
  • die Konsistenz verändert ist
  • das Verfallsdatum deutlich überschritten wurde

Wenn die ungeöffnete Flasche vom Vorjahr dagegen kühl und dunkel gelagert wurde, spricht meist wenig dagegen, zunächst einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum zu werfen.

Die Sonnenmilch vom letzten Sommer ist ein bisschen wie der Joghurt im Kühlschrank: Nur weil das Datum überschritten ist, muss sie nicht automatisch schlecht sein. Aber ein kritischer Blick schadet trotzdem nicht.

Die größten Fehler beim Sonnenbaden ab 50

Zu lange in der Mittagssonne bleiben

Zwischen etwa 11 und 16 Uhr ist die UV-Belastung besonders hoch.

Sonne mit Gesundheit verwechseln

Ein leichter Aufenthalt in der Sonne kann sinnvoll sein.

Stundenlanges Bräunen ist etwas völlig anderes.

Pigmentflecken ignorieren

Mit zunehmendem Alter reagiert die Haut oft empfindlicher auf UV-Strahlen.

Zu wenig trinken

Gerade an heißen Tagen verliert die Haut viel Feuchtigkeit.

Das Thema „Wasser-Konsum“ kann gar nicht oft genug betont werden. Warum Wasser trinken so wichtig ist, erfährst du in diesem Beitrag:

Mein persönlicher Umgang mit Sonne

Ich möchte auch mit über 60 nicht auf die Sonne verzichten.

Dafür genieße ich sie viel zu sehr.

Aber ich gehe heute bewusster damit um als früher.

Ich suche häufiger Schatten auf.

Ich vermeide lange Aufenthalte in der Mittagssonne.

Und ich akzeptiere, dass eine gesunde Haut nicht zwingend tief gebräunt sein muss.

Für mich geht es nicht darum, die Sonne zu meiden.

Sondern darum, sie mit Maß zu genießen.

Mein persönlicher Sommer-Drink für Haut und Wohlbefinden

Fast jeden Morgen trinke ich einen frisch gepressten Saft aus Karotten, Orange und Ingwer. Dazu kommt ein Schuss Leinöl, damit das enthaltene Beta-Carotin besser aufgenommen werden kann.

Ob das meine Haut tatsächlich widerstandsfähiger gegen Sonne macht, kann ich natürlich nicht beweisen. Aber ich mag die Vorstellung, meine Haut nicht nur von außen, sondern auch von innen zu unterstützen.

Fazit: Sonne ist weder Feind noch Wundermittel

Sonne gehört für viele von uns zum Sommer, zur Lebensfreude und zum Wohlbefinden.

Gleichzeitig ist UV-Strahlung einer der wichtigsten Faktoren für vorzeitige Hautalterung.

Die gute Nachricht:

Du musst dich nicht zwischen Sonnenanbeterin und Sonnenschutz-Fanatikerin entscheiden.

Ein bewusster Umgang reicht meist völlig aus.

Genieße die Sonne.

Aber genieße sie klug.

Deine Haut wird es dir auch in zehn oder zwanzig Jahren noch danken.

Was du sonst noch für eine schöne Haut tun kannst, was die  größten Anti-Aging-Fehler sind und wie du sie vermeiden kannst, erfährst du hier:

FAQ zu Sonne und Hautalterung

Macht Sonne wirklich Falten?

Ja. UV-Strahlen können Kollagen und Elastin in der Haut schädigen. Dadurch entstehen langfristig Falten und Pigmentflecken.

Wie viel Sonne braucht man für Vitamin D?

Oft reichen bereits 10 bis 20 Minuten Sonne auf Gesicht, Arme und Hände. Die genaue Dauer hängt von Hauttyp, Jahreszeit und Tageszeit ab.

Verhindert Sonnencreme die Vitamin-D-Bildung?

In der Praxis meist nicht vollständig. Viele Menschen tragen Sonnencreme nicht lückenlos auf oder halten sich dennoch ausreichend im Freien auf.

Ist Sonnenöl besser als Sonnencreme?

Normales Körperöl bietet kaum Schutz vor UV-Strahlung. Für die Hautpflege kann es angenehm sein, als Sonnenschutz reicht es jedoch nicht aus. Ein Öl mit hohem Lichtschutzfaktor ist genauso gut wie eine Sonnencreme.

Sollte man ab 50 einen höheren Lichtschutzfaktor verwenden?

Viele Dermatologen empfehlen einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besonders bei längeren Aufenthalten im Freien.

Ist LSF 50 viel besser als LSF 30?

Der Unterschied ist kleiner als viele denken. Entscheidend ist vor allem, ausreichend Produkt aufzutragen und regelmäßig nachzucremen.

Ist LSF 80 möglich, wenn ich mehrere Produkte kombiniere?

Nein. Lichtschutzfaktoren addieren sich nicht einfach. In der Regel orientiert sich der Schutz am höheren Faktor.

Warum bekomme ich heute schneller Pigmentflecken als früher?

Mit zunehmendem Alter reagiert die Haut empfindlicher auf UV-Strahlung. Außerdem summieren sich Sonnenschäden über viele Jahre hinweg.

Ist Bräune ein Zeichen für gesunde Haut?

Nicht unbedingt. Bräune ist bereits eine Reaktion der Haut auf UV-Strahlung und damit ein Schutzmechanismus des Körpers.

Warum sollte ich alte Sonnencreme nicht unbegrenzt verwenden?

UV-Filter können mit der Zeit an Wirksamkeit verlieren, besonders wenn das Produkt Hitze, Licht oder Luft ausgesetzt war.

Kann ich ungeöffnete Sonnencreme vom Vorjahr verwenden?

Wenn sie korrekt gelagert wurde und das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten ist, ist das häufig möglich.