Mentale Gesundheit

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ToggleKreativität und Gehirn: Können kreative Hobbys das Gehirn jung halten?
Es gibt Tätigkeiten, bei denen man hinterher müde ist.
Und dann gibt es Tätigkeiten, nach denen man sich irgendwie wacher fühlt als vorher.
Das habe ich während meiner Jahre als Diplom-Designerin immer wieder erlebt.
Ich habe viele Jahre für die Textilindustrie freie Entwürfe von Hand gestaltet. Und wenn mich damals jemand gefragt hätte, ob ich nicht irgendwann vor einem weißen Blatt sitze und einfach keine Idee mehr habe, hätte ich wahrscheinlich ziemlich verständnislos geguckt.
Doch. Natürlich gab es solche Momente. Aber meistens nur am Anfang eines neuen Projekts. Vor allem nach einer längeren Pause.
Sobald ich einmal angefangen hatte, passierte etwas Merkwürdiges: Die Ideen gingen mir nicht aus. Im Gegenteil. Je mehr ich machte, desto mehr Ideen kamen.
Manchmal habe ich bis spät in die Nacht gearbeitet und war dabei erstaunlich wenig müde.
Ich war einfach drin.
Heute würde ich sagen: Ich war im Flow.
Und genau deshalb hat mich eine aktuelle Forschungsarbeit besonders neugierig gemacht. Denn sie beschäftigt sich mit einer Frage, die ziemlich gut zu meinem eigenen Erleben passt:
Könnte kreative Beschäftigung tatsächlich etwas damit zu tun haben, wie unser Gehirn altert?
Wird das Gehirn durch Kreativität wirklich jünger?
Vielleicht hast du in letzter Zeit Schlagzeilen gelesen wie:
„Tanzen hält das Gehirn sieben Jahre jünger.“
Oder:
„Kreative Hobbys können die Gehirnalterung verlangsamen.“
Das klingt natürlich ziemlich verlockend.
Und tatsächlich steckt dahinter eine interessante wissenschaftliche Untersuchung.
Eine 2025 veröffentlichte Studie in Nature Communications untersuchte den Zusammenhang zwischen kreativer Erfahrung und sogenanntem „Brain Age“. Dabei wurden Daten von Menschen mit unterschiedlicher Expertise in Tango, Musik, visueller Kunst und strategischen Computerspielen ausgewertet.
Das Ergebnis war bemerkenswert: Bei den Personen mit größerer kreativer Expertise zeigte sich ein verzögertes Gehirnalter im Vergleich zu passenden Vergleichsgruppen.
Bei den Tango-Tänzerinnen und -Tänzern lag der Unterschied in der verwendeten Messung sogar bei rund 7,1 Jahren. Bei visueller Kunst waren es etwa 6,2 Jahre, bei Musik 5,4 Jahre und beim strategischen Gaming 4,1 Jahre.
Das klingt spektakulär.
Quelle: Gehirnalter versus chronologisches Alter: Verjüngt Kreativität? • DGP
Aber jetzt kommt der wichtige Teil:
Das bedeutet nicht, dass du sieben Jahre jünger wirst, wenn du heute mit Tango anfängst
Die Studie untersucht vor allem Menschen mit bereits vorhandener Expertise. Sie zeigt einen Zusammenhang zwischen kreativer Erfahrung und bestimmten Merkmalen der Gehirnalterung – sie beweist aber nicht, dass ein neues Hobby das biologische Gehirnalter um exakt eine bestimmte Anzahl von Jahren zurückdreht. Die Forschenden selbst weisen außerdem auf die begrenzte Größe der Lernstudie hin.
Trotzdem finde ich die Ergebnisse spannend.
Denn sie werfen eine viel interessantere Frage auf:
Was genau ist es an kreativen Tätigkeiten, das für unser Gehirn so interessant sein könnte?
Was Tanzen, Malen, Musik und Gaming gemeinsam haben
Auf den ersten Blick könnten diese Tätigkeiten kaum unterschiedlicher sein.
Was hat eine Frau, die Aquarell malt, mit einem Tango-Tänzer oder einer leidenschaftlichen Computerspielerin gemeinsam?
Eine ganze Menge.
Denn bei vielen kreativen Tätigkeiten muss unser Gehirn nicht einfach nur Informationen aufnehmen.
Es muss etwas damit machen.
Beim Tanzen müssen wir beispielsweise Musik wahrnehmen, Bewegungen koordinieren, uns an Abläufe erinnern und gleichzeitig auf unseren Körper und unsere Umgebung reagieren.
Beim Musizieren kommen Wahrnehmung, Erinnerung, Timing und motorische Fähigkeiten zusammen.
Beim Zeichnen oder Malen beobachten wir, treffen Entscheidungen, planen, verändern und korrigieren.
Und bei einem anspruchsvollen Strategiespiel müssen wir Informationen verarbeiten, vorausplanen, Entscheidungen treffen und unsere Strategie immer wieder anpassen.
Eine systematische Übersichtsarbeit zu kognitiv anregenden Freizeitaktivitäten bei älteren Menschen kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass insbesondere Aktivitäten, bei denen neue Fähigkeiten gelernt werden, eine starke geistige Anregung enthalten oder soziale Elemente einbeziehen, interessant für die kognitive Gesundheit sein können.
Vielleicht ist deshalb gar nicht die Frage:
„Welche kreative Tätigkeit hält mich jung?“
Sondern eher:
„Welche Tätigkeit bringt mein Gehirn dazu, immer wieder etwas Neues zu lernen?“
Kreativität ist Gehirnarbeit – aber anders
Ich glaube, wir unterschätzen manchmal, was beim kreativen Arbeiten eigentlich passiert.
Wenn ich ein Bild male, muss ich nicht nur einen Pinsel halten.
Ich muss entscheiden:
Welche Farbe?
Welche Form?
Wie groß?
Was gefällt mir noch nicht?
Was könnte ich verändern?
Was passiert, wenn ich etwas ganz anders mache?
Und manchmal entsteht aus einem Fehler plötzlich eine Idee, auf die ich vorher gar nicht gekommen wäre.
Genau dieses Ausprobieren, Entscheiden, Verändern und Improvisieren macht kreative Tätigkeiten so interessant.
Die aktuelle Brain-Age-Studie fand bei den untersuchten kreativen Gruppen Veränderungen in der funktionellen Vernetzung des Gehirns und Hinweise darauf, dass bestimmte Netzwerke mit kreativer Erfahrung effizienter zusammenarbeiten könnten. Die Forschenden sehen darin einen möglichen Zusammenhang mit Neuroplastizität – also der Fähigkeit des Gehirns, sich an Erfahrungen und Lernen anzupassen.
Das ist allerdings etwas anderes als die Behauptung, Kreativität sei ein garantiertes „Anti-Aging-Mittel fürs Gehirn“.
So weit ist die Forschung nicht.
Und genau diese Unterscheidung finde ich wichtig.
Tanzen ist dabei ein besonders interessantes Beispiel
Tanzen verbindet gleich mehrere Dinge:
Bewegung + Musik + Koordination + Gedächtnis + Aufmerksamkeit + Emotion.
Das Gehirn bekommt also ziemlich viel zu tun.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit 35 Studien kam zu dem Ergebnis, dass Tanz bei Menschen mittleren und höheren Alters mit Verbesserungen verschiedener körperlicher und kognitiver Funktionen sowie Veränderungen von Gehirnstruktur und -funktion verbunden war.
Auch eine Meta-Analyse randomisierter Studien mit älteren Erwachsenen fand Hinweise auf Verbesserungen der globalen kognitiven Funktion und des Lernens beziehungsweise Gedächtnisses durch Tanzinterventionen. Die untersuchten Programme waren allerdings sehr unterschiedlich und dauerten meist mehrere Monate.
Das finde ich persönlich besonders schön.
Denn Tanzen ist für mich nie nur Sport.
Es ist auch Musik.
Rhythmus.
Ausdruck.
Und manchmal einfach gute Laune.
Und vielleicht ist genau diese Mischung interessant.
Aber auch Malen und andere kreative Tätigkeiten werden untersucht
Kreativität bedeutet schließlich nicht nur Tanzen oder Musizieren.
Auch Zeichnen, Malen, Handarbeiten, Schreiben, Gartenarbeit und andere künstlerische Tätigkeiten finden sich in der Forschung wieder.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Meta-Analyse wertete 38 Studien mit insgesamt 2.869 älteren Menschen aus. Untersucht wurden unter anderem Musik-, Zeichen-, Tanz-, Garten- und andere kreative Angebote. Für verschiedene kognitive Tests zeigten sich bei mehreren dieser Interventionen Verbesserungen gegenüber Vergleichsgruppen. Gleichzeitig waren die Studien sehr unterschiedlich, weshalb sich daraus kein allgemeingültiges Rezept ableiten lässt.
Auch eine größere systematische Übersichtsarbeit mit 93 Studien zu Kunst und Kreativität im späteren Leben fand interessante Zusammenhänge: Tanz wurde unter anderem mit körperlichen Verbesserungen verbunden, während Musik und Singen mit kognitiver Funktion, Wohlbefinden und Lebensqualität in Zusammenhang standen. Für visuelle und kreative Künste gab es Hinweise auf mehr soziale Verbundenheit und weniger Einsamkeit.
Das gefällt mir an diesem Thema besonders:
Kreativität scheint nicht nur eine Sache für den Kopf zu sein.
Sie kann gleichzeitig etwas mit Bewegung, Gefühlen, sozialen Kontakten und unserem Wohlbefinden zu tun haben.
Und was ist mit Computerspielen?
Jetzt wird es interessant. 😉
Denn bei „kreativen Aktivitäten“ denkt man wahrscheinlich nicht als Erstes an Computerspiele.
Die aktuelle Studie hat aber ausgerechnet StarCraft II, ein strategisches Echtzeitspiel, als eine der untersuchten kreativen Erfahrungen einbezogen. Auch hier zeigten die erfahrenen Spielerinnen und Spieler ein verzögertes Brain-Age-Maß gegenüber den Vergleichspersonen.
Das heißt natürlich nicht:
„Ab jetzt jeden Abend fünf Stunden zocken – für die Longevity!“
Aber es zeigt etwas anderes:
Unser Gehirn scheint durchaus davon zu profitieren, wenn eine Tätigkeit uns geistig fordert, Entscheidungen verlangt und uns immer wieder vor neue Situationen stellt.
Vielleicht sollten wir deshalb auch bei Hobbys nicht so streng zwischen „kulturell wertvoll“ und „sinnloser Zeitvertreib“ unterscheiden.
Die interessantere Frage ist:
Was passiert dabei in meinem Kopf?
Kreativität muss übrigens nicht schön sein
Und damit bin ich wieder bei meiner alten Kladde. 😉
Ich glaube nämlich, dass wir Kreativität manchmal unnötig kompliziert machen.
Es muss kein wunderschön gestaltetes Journal sein.
Kein Instagram-taugliches Skizzenbuch.
Kein perfektes Aquarell.
Keine Designerwohnung mit selbstgemachten Keramikvasen.
Und du musst auch nicht „künstlerisch begabt“ sein.
Vielleicht reicht ein Blatt Papier und ein Bleistift.
Vielleicht kritzelst du.
Vielleicht schreibst du drei Seiten voller Gedanken.
Vielleicht singst du beim Kochen.
Vielleicht probierst du ein neues Rezept.
Vielleicht fotografierst du interessante Dinge auf deinem Spaziergang.
Vielleicht tanzt du zehn Minuten im Wohnzimmer.
Kreativität muss kein Kunstprojekt sein.
Sie kann einfach bedeuten, dass du etwas ausprobierst, gestaltest oder auf deine eigene Weise ausdrückst.
Und dann gibt es noch diesen wunderbaren Zustand: Flow
Für mich persönlich gehört dieser Punkt unbedingt dazu.
Denn ich erinnere mich noch sehr gut an meine Zeit als Designerin.
Wenn ich einmal richtig in einen Entwurf hineingekommen war, konnte ich stundenlang arbeiten.
Ich war konzentriert, aber nicht angespannt.
Ich war beschäftigt, aber nicht gestresst.
Und manchmal verging die Zeit, ohne dass ich es bemerkte.
Das war Flow.
Und vielleicht ist genau das ein weiterer Grund, warum kreative Tätigkeiten so wohltuend sein können.
Sie können unser Gehirn fordern, ohne dass wir das Gefühl haben, gerade eine geistige Trainingseinheit zu absolvieren.
Wir sind einfach mittendrin.
Natürlich ist Flow nicht automatisch gesund und kreative Arbeit kann selbstverständlich auch stressig werden – besonders dann, wenn Leistung, Zeitdruck oder Perfektionismus ins Spiel kommen.
Aber wenn eine Tätigkeit uns so sehr fesselt, dass wir für eine Weile den Alltag vergessen, kann das eine ganz andere Qualität haben als passives Abschalten.
Und genau diese Verbindung von geistiger Anregung und Freude finde ich spannend.
Was mir bei meinen Künstlerkollegen auffällt
Ich habe noch eine andere Beobachtung gemacht, seit ich mich wieder intensiver mit dem Thema Kreativität beschäftige.
Wenn ich Menschen aus meinem früheren künstlerischen Umfeld sehe, habe ich oft den Eindruck: Diese Menschen wirken auf mich irgendwie jünger.
Nicht unbedingt körperlich.
Aber im Kopf.
Sie kleiden sich häufig unkonventioneller, probieren Dinge aus, sind mutiger und lassen sich weniger davon beeindrucken, was man „in ihrem Alter“ angeblich macht.
Sie haben manchmal ziemlich verrückte Ideen – und das Schönste daran: Sie setzen sie auch um.
Natürlich ist das nur meine persönliche Beobachtung und keine wissenschaftliche Aussage. Aber ich finde sie trotzdem interessant.
Denn vielleicht hat Kreativität nicht nur etwas damit zu tun, was wir mit unseren Händen oder unserem Kopf machen.
Vielleicht verändert regelmäßiges kreatives Denken auch ein Stück weit unsere Haltung zum Leben.
Wenn man jahrelang daran gewöhnt ist, Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen, wieder von vorne anzufangen und eine Lösung zu suchen, die vorher noch niemand ausprobiert hat, dann wird „Das macht man nicht“ irgendwann ziemlich langweilig.
Und vielleicht ist genau das eine Form von geistiger Jugendlichkeit, die wir uns möglichst lange bewahren sollten.
Nicht jung aussehen. Sondern jung genug bleiben, um noch auf verrückte Ideen zu kommen.
Muss ich jetzt unbedingt kreativ werden, um mein Gehirn jung zu halten?
Nein.
Und ich würde mich hüten, daraus die nächste Longevity-Pflicht zu machen.
Wir brauchen keine neue To-do-Liste:
☐ 30 Minuten Malen
☐ 45 Minuten Tanzen
☐ 20 Minuten Musizieren
☐ 15 Minuten Gehirntraining
Bitte nicht. 😉
Denn vielleicht wäre das sogar das Gegenteil dessen, was kreative Beschäftigung so wertvoll macht.
Es sollte Freude machen.
Du musst kein Talent haben.
Du musst nichts veröffentlichen.
Du musst niemandem etwas zeigen.
Du musst auch nicht besser werden.
Vielleicht möchtest du einfach etwas tun, bei dem dein Kopf auf eine andere Art beschäftigt ist als beim Scrollen durch die sozialen Medien.
Und wenn du dabei irgendwann feststellst:
„Mensch, das macht mir ja richtig Spaß!“
…dann hast du vielleicht schon etwas ziemlich Wertvolles gefunden.
Kreativität als kleine Longevity-Idee
Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto weniger glaube ich an die Vorstellung, dass Longevity nur aus Ernährung, Bewegung, Schlaf und irgendwelchen Supplements besteht.
Vielleicht gehört auch etwas dazu, das wir viel zu leicht als „Zeitvertreib“ abtun:
Neugierig bleiben.
Etwas Neues lernen.
Dinge ausprobieren.
Gestalten.
Musik machen.
Tanzen.
Malen.
Schreiben.
Spielen.
Und manchmal völlig in einer Sache versinken.
Denn unser Gehirn ist kein statisches Organ, das an unserem 50., 60. oder 70. Geburtstag plötzlich sagt:
„So, das war’s dann. Ab jetzt wird abgebaut.“
Es bleibt anpassungsfähig.
Und Erfahrungen können diese Anpassungsfähigkeit beeinflussen.
Die Forschung ist noch nicht so weit, dass wir sagen könnten: „Male dreimal pro Woche und du verlangsamst deine Gehirnalterung um X Jahre.“ Aber die bisherigen Ergebnisse machen kreative Beschäftigung zu einem sehr interessanten Baustein für geistig aktives und erfülltes Älterwerden.
Und vielleicht ist das sogar die schönste Form von Anti-Aging:
Nicht jünger aussehen zu müssen.
Sondern weiterhin Lust auf etwas zu haben.
Mein Fazit
Vielleicht sollten wir Kreativität nicht länger als Luxus betrachten.
Nicht als etwas, für das man „eigentlich keine Zeit“ hat.
Und auch nicht als etwas, das nur Menschen mit Talent zusteht.
Vielleicht ist kreatives Arbeiten eine der schönsten Möglichkeiten, gleichzeitig neugierig, geistig aktiv und bei sich selbst zu bleiben.
Und wenn dabei ganz nebenbei auch noch etwas für unser alterndes Gehirn getan wird?
Dann nehme ich das doch gerne mit.
FAQ: Kreativität und Gehirn
Können kreative Aktivitäten das Gehirn jünger halten?
Die Forschung deutet darauf hin, dass kreative und kognitiv anspruchsvolle Aktivitäten mit einer besseren kognitiven Gesundheit und bestimmten Merkmalen eines verzögerten Gehirnalterungsprozesses verbunden sein können. Ein direkter Beweis, dass ein bestimmtes Hobby das Gehirn um eine bestimmte Zahl von Jahren verjüngt, fehlt jedoch noch.
Welche kreativen Aktivitäten wurden untersucht?
Untersucht wurden unter anderem Tanzen, Musik, visuelle Kunst, Zeichnen, kreative Kunstangebote, Schreiben, Handarbeiten und strategische Computerspiele. Auch Gartenarbeit und verschiedene kombinierte kreative Angebote finden sich in der Forschung.
Stimmt es, dass Tanzen das Gehirn um sieben Jahre verjüngen kann?
Die viel zitierte Zahl von rund sieben Jahren stammt aus einer 2025 veröffentlichten Studie. Bei erfahrenen Tango-Tänzerinnen und -Tänzern lag das gemessene „Brain Age“ im verwendeten Modell etwa 7,1 Jahre unter dem Vergleichswert. Das bedeutet aber nicht, dass Tanzen das Gehirn bei jedem Menschen um sieben Jahre verjüngt.
Muss ich künstlerisch begabt sein?
Nein. Kreativität bedeutet nicht automatisch, ein besonders schönes Bild malen oder professionell musizieren zu können. Entscheidend kann vielmehr sein, dass eine Tätigkeit dich geistig fordert, dir neue Erfahrungen ermöglicht und dir Freude macht.
Was ist besser: Malen, Tanzen oder Musik?
Dafür gibt es keine einfache Rangliste. Die verschiedenen Tätigkeiten fordern unterschiedliche Fähigkeiten. Tanzen verbindet beispielsweise Bewegung, Musik, Koordination und Gedächtnis, während Malen und Zeichnen andere Wahrnehmungs-, Planungs- und Entscheidungsprozesse ansprechen.
Wie oft sollte ich kreativ sein?
Die Forschung liefert derzeit keine verlässliche „Kreativitäts-Dosis“, mit der sich eine bestimmte Wirkung auf die Gehirnalterung garantieren lässt. Deshalb würde ich daraus keinen weiteren Leistungsplan machen. Eine Tätigkeit, die regelmäßig Freude macht und dich geistig beschäftigt, ist wahrscheinlich sinnvoller als ein Hobby, das du nur aus Pflichtgefühl betreibst.
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