Mentale Gesundheit

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Inhalt
ToggleEines Tages ist heute: Warum Frauen ab 50 nicht mehr auf später warten sollten
Wie du vielleicht schon weißt, lese ich recht viel. Meine neueste Entdeckung ist das Buch „Eines Tages ist heute“ von Noah Lindholm. Ich hatte es gerade auf meiner Buchempfehlungsseite eingetragen, als mir die Idee für diesen Beitrag kam.
Denn dieses Buch hat mich an etwas erinnert, das wir wahrscheinlich alle kennen:
„Das mache ich irgendwann.“
Irgendwann fahre ich dorthin.
Irgendwann lerne ich das.
Irgendwann nehme ich mir mehr Zeit für mich.
Irgendwann fange ich noch einmal ganz neu an.
Und manchmal wird aus diesem „irgendwann“ erstaunlich schnell ein „hätte ich doch“.
Was wäre, wenn es kein später gäbe?
Das Besondere an dem Buch ist für mich die Idee dahinter.
Die Hauptfigur Jonas erlebt verschiedene mögliche Lebenswege – abhängig davon, welche Entscheidungen er trifft und welche Haltung er zu seinem Leben einnimmt.
Fünf verschiedene Möglichkeiten. Fünf unterschiedliche Leben.
Und eine davon führt sogar dazu, dass Jonas stirbt, bevor er eine lange aufgeschobene Reise überhaupt antreten kann.
Das ist natürlich eine ziemlich drastische Vorstellung.
Aber genau deshalb hat sie mich getroffen.
Denn wir wissen alle, dass das Leben nicht beliebig verschiebbar ist. Und trotzdem tun wir manchmal so, als hätten wir für alles noch unendlich viel Zeit.
Was wäre, wenn „später“ irgendwann einfach nicht mehr kommt?
Dieser Gedanke muss gar nicht traurig sein.
Im Gegenteil.
Ich finde ihn irgendwie befreiend.
Denn er kann uns daran erinnern, dass wir unsere Wünsche, Sehnsüchte, Ziele – kurz unser Leben nicht ständig auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen.
Vielleicht kennst du dieses „Eines Tages“ auch
Bei mir gibt es zum Beispiel seit Jahren den Gedanken an eine Reise nach Ibiza.
Immer gibt es einen Grund, warum es gerade nicht passt.
Vielleicht kennst du das auch.
Manchmal ist es die Arbeit. Dann wird das Reisegeld an anderer Stelle gebraucht. Dann sind andere Dinge wichtiger. Dann ist gerade nicht die richtige Jahreszeit. Oder es fehlt vielleicht jemand, mit dem man es gerne zusammen machen würde.
Und irgendwann stellt man fest:
Der Wunsch ist immer noch da.
Genau solche Dinge meine ich mit „später“.
Nicht unbedingt die großen Lebensträume.
Manchmal sind es ganz kleine Wünsche oder Ziele, die wir immer wieder nach hinten schieben.
Ein Wochenende allein.
Ein Kurs, den wir schon lange machen möchten.
Mehr Zeit mit einer bestimmten Freundin.
Endlich wieder malen, tanzen oder Musik machen.
Eine Reise.
Ein neues Hobby.
Oder der Anruf bei der alten Freundin, die man aus den Augen verloren hat.
Wir verschieben diese Dinge meist aus anscheinend vernünftigen Gründen. Mit der Zeit denken wir immer seltener daran. Unterschwellig sind sie allerdings immer noch da.
Aber irgendwann merken wir vielleicht:
Wir verschieben nicht nur Dinge. Manchmal verschieben wir unser Leben
Warum wir gerade ab 50 so oft auf später warten
In der ersten Hälfte unseres Lebens gibt es unglaublich viele Vorgaben.
Ausbildung.
Beruf.
Partnerschaft.
Kinder.
Familie.
Haus.
Karriere.
Es gibt ständig etwas zu erledigen.
Und irgendwann kommt der Moment, in dem viele dieser großen Aufgaben weniger werden.
Eigentlich könnte jetzt eine spannende Zeit beginnen.
Aber manchmal passiert etwas Merkwürdiges:
Wir warten trotzdem.
Auf den richtigen Zeitpunkt.
Auf mehr Geld.
Auf bessere Gesundheit.
Auf weniger Verpflichtungen.
Auf den passenden Partner.
Auf mehr Mut.
Oder darauf, dass wir uns irgendwann endlich bereit fühlen.
Nur: Der perfekte Zeitpunkt kommt erstaunlich selten.
Und natürlich gibt es gute Gründe, manche Dinge nicht sofort zu tun. Nicht jeder Wunsch lässt sich von heute auf morgen verwirklichen.
Aber zwischen vernünftigem Warten und ständigem Aufschieben liegt ein Unterschied.
Aufschieben kann nämlich auch anstrengend sein
Wenn wir etwas immer wieder vor uns herschieben, verschwindet es nicht unbedingt aus unserem Kopf.
Im Gegenteil.
Der Gedanke bleibt.
„Ich müsste eigentlich …“
„Ich wollte doch schon längst …“
„Irgendwann sollte ich …“
Das kann erstaunlich viel Energie kosten.
Auch wissenschaftlich wird Aufschieben inzwischen mit mehr Stress und ungünstigeren Gesundheitsfaktoren in Verbindung gebracht. Das bedeutet natürlich nicht, dass jedes Aufschieben krank macht. Aber dauerhaft unerledigte Dinge und immer wieder verschobene Vorhaben können durchaus mental belastend sein.
Und vielleicht kennen wir alle dieses angenehme Gefühl, wenn wir etwas, das wir lange vor uns hergeschoben haben, endlich tun.
Nicht unbedingt, weil es so großartig war.
Sondern weil wir plötzlich merken:
Ich habe es gemacht.
Aufschieben kann dein Vertrauen in dich selbst schwächen
Der Weg zurück beginnt nicht mit einem riesigen Vorsatz.
Sondern vielleicht mit einer ganz kleinen Sache, die wir uns vornehmen – und dann tatsächlich tun.
Nicht:
„Ab morgen ändere ich mein ganzes Leben.“
Sondern:
„Heute erledige ich diese eine Sache.“
Oder:
„Heute gehe ich 20 Minuten spazieren.“
Oder:
„Heute schreibe ich diese eine Mail.“
Oder:
„Heute nehme ich mir eine halbe Stunde für etwas, das mir wichtig ist.“
Denn jedes Mal, wenn wir einen solchen kleinen Vorsatz einhalten, senden wir uns selbst eine Botschaft:
„Auf mich kann ich mich verlassen.“
Und DAS finde ich für Frauen ab 50 richtig schön. Nicht dieses ewige „Du kannst alles schaffen!“, sondern etwas viel Bodenständigeres:
Du kannst wieder lernen, dir selbst zu glauben.
Etwas anzufangen kann sich erstaunlich jung anfühlen
Ich glaube, deshalb können Neuanfänge so etwas wie eine kleine Verjüngungskur sein.
Nicht äußerlich.
Aber innerlich.
Wenn wir etwas Neues lernen, einen Kurs besuchen, wieder anfangen zu tanzen, eine Reise planen oder uns beruflich noch einmal umorientieren, passiert etwas mit uns:
Wir sind wieder Anfängerinnen.
Und Anfängerinnen dürfen Fehler machen.
Sie müssen nicht alles können.
Sie müssen nicht perfekt sein.
Sie dürfen neugierig sein.
Und genau diese Neugier kann unglaublich belebend sein.
Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich den Gedanken an einen Neuanfang ab 50 so schön finde.
Wir müssen nicht mehr alles beweisen.
Wir dürfen einfach ausprobieren.
Ein Neuanfang bedeutet nicht, dass du dein bisheriges Leben wegwerfen musst
Manchmal klingt „Neuanfang“ so, als müssten wir mit 50 oder 60 plötzlich unser ganzes Leben umkrempeln.
Neuer Job.
Neue Stadt.
Neue Beziehung.
Neue Frisur.
Neues Leben.
Bitte nicht. 😉
Ich glaube gar nicht, dass es darum geht.
Ein Neuanfang kann viel kleiner sein.
Vielleicht möchtest du endlich wieder etwas machen, das du früher geliebt hast.
Vielleicht möchtest du weniger arbeiten.
Vielleicht möchtest du mehr Zeit allein verbringen.
Vielleicht möchtest du dich von einer Verpflichtung verabschieden, die dir schon lange nicht mehr guttut.
Vielleicht möchtest du endlich diesen einen Kurs buchen.
Oder vielleicht möchtest du einfach anfangen, deine eigenen Wünsche wieder etwas ernster zu nehmen.
Das Leben muss nicht komplett neu werden.
Aber es darf sich verändern.
Und was ist mit all den Dingen, die wir bereuen?
Das ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Punkte.
Denn wenn wir älter werden, schauen wir zwangsläufig auch zurück.
Auf Entscheidungen, die wir getroffen haben.
Auf Chancen, die wir nicht genutzt haben.
Auf Beziehungen, die anders gelaufen sind.
Auf Dinge, die wir uns nicht getraut haben.
Und manchmal kommt dieser Gedanke:
„Wenn ich doch damals …“
Natürlich können wir unsere Vergangenheit nicht verändern.
Aber wir können aufhören, unsere Zukunft für etwas zu bestrafen, das bereits passiert ist.
Wir können unsere ersten 50 Jahre nicht neu schreiben.
Aber wir können entscheiden, wie die nächsten 20 oder 30 aussehen sollen.
Und vielleicht ist genau das die schönere Aufgabe.
Nicht alles nachholen zu müssen.
Sondern zu überlegen:
Was möchte ich ab jetzt anders machen?
Vielleicht brauchst du gar keinen großen Plan
Ich habe manchmal den Eindruck, wir machen aus unseren Wünschen viel zu große Projekte.
Wenn ich endlich mehr Sport machen möchte, brauche ich einen perfekten Trainingsplan.
Wenn ich reisen möchte, muss ich erst alles organisieren.
Wenn ich etwas Neues lernen möchte, muss ich erst wissen, ob es wirklich zu mir passt.
Wenn ich mein Leben verändern möchte, muss ich natürlich erst wissen, wie.
Aber vielleicht darf es auch kleiner anfangen.
Mit einem ersten Schritt.
Eine Information suchen.
Einen Termin vereinbaren.
Eine Nachricht schreiben.
Einen Kurs anschauen.
Ein Buch kaufen.
Einen freien Nachmittag reservieren.
Oder einfach einmal ehrlich aufschreiben:
Was wollte ich eigentlich schon immer mal machen?
Meine kleine „Eines Tages“-Liste
Vielleicht hast du Lust auf ein kleines Experiment.
Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe oben:
Eines Tages möchte ich …
Und dann schreib einfach alles auf, was dir einfällt.
Ganz ohne Bewertung.
Groß oder klein.
Realistisch oder vielleicht ein bisschen verrückt.
Und damit es dir nicht so geht, wie Jonas aus dem Roman, schaust du dir anschließend die Liste an und fragst dich bei jedem Punkt:
Warum eigentlich nicht jetzt – zumindest ein kleines bisschen?
Vielleicht gibt es Wünsche, die tatsächlich noch warten müssen.
Das ist völlig in Ordnung.
Aber vielleicht entdeckst du auch den ein oder anderen Punkt, bei dem du denkst:
Eigentlich könnte ich damit anfangen.
Und dann mach genau das.
Nicht irgendwann.
Heute.
Jetzt.
Die Idee, sportlicher zu werden, kann z.B. mit einem 10-Minuten-Workout zuhause beginnen. (Hierzu findest du sogar eine Inspiration auf meinem Blog: 10 Minuten Bewegung ab 50: Mein Sommer-Workout für heiße Tage). Dann bleib dran und mach es jeden Tag.
Du willst weniger Süßigkeiten essen? Lass heute die Schokolade oder den Kuchen weg.
Oder möchtest du wieder mehr Kontakte pflegen? Dann schreib die Mail an die alte Bekannte. Jetzt.
Wir wissen nicht, wie viele „Später“ wir noch haben
Ich möchte mit diesem Gedanken nicht dazu aufrufen, jetzt plötzlich jeden vernünftigen Plan über Bord zu werfen.
Wir müssen nicht morgen nach Ibiza fliegen. 😉
Und wir müssen auch nicht mit 60 noch einmal unser komplettes Leben auf links drehen.
Aber vielleicht dürfen wir uns gelegentlich daran erinnern, dass Zeit nicht selbstverständlich ist.
Wir wissen nicht, wie viele „später“ uns noch zur Verfügung stehen.
Aber wir haben heute.
Und vielleicht ist heute ein ziemlich guter Tag, um wenigstens mit einer kleinen Sache anzufangen, die wir schon lange aufschieben.
Denn vielleicht ist das die eigentliche Botschaft von „Eines Tages ist heute“:
Nicht, dass wir alles sofort tun müssen.
Sondern dass wir unser Leben nicht ständig auf später verschieben sollten.
Wir haben schon so viel Zeit damit verbracht, für andere da zu sein, Erwartungen zu erfüllen und Dinge irgendwann erledigen zu wollen.
Vielleicht dürfen wir jetzt ein bisschen öfter fragen:
Was möchte ICH eigentlich noch?
Und vielleicht müssen wir auf diese Frage gar nicht sofort eine große Antwort finden.
Vielleicht reicht zunächst ein kleiner Wunsch.
Ein kleiner Schritt.
Ein kleines „Warum eigentlich nicht?“
Denn eines Tages ist heute.
Und heute ist immerhin schon mal da.
Meine Empfehlung
Wenn du jetzt neugierig auf das Buch „Eines Tages ist heute“ von Noah Lindholm geworden ist kannst du es dir hier einmal unverbindlich anschauen:
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Über die Autorin
Melanie beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Themen Longevity, Ernährung und gesundes Altern für Frauen ab 50. Auf StayYoung50up veröffentlicht sie wissenschaftlich recherchierte Beiträge, ergänzt durch eigene Erfahrungen aus dem Alltag. Sie ist außerdem Autorin des Buches Stay Young – Longevity für Frauen ab 50.
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