Gesundheit & Hormone

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Inhalt
ToggleTrockene Augen ab 50: Warum sie entstehen und was wirklich helfen kann
früher konnte ich stundenlang lesen oder am Computer arbeiten, ohne mir über meine Augen Gedanken zu machen.
Heute sieht das anders aus.
Ich leide selbst unter chronisch trockenen Augen und verwende inzwischen stärkere Augentropfen, weil einfache künstliche Tränenflüssigkeit oft nicht mehr ausreicht.
Was mich besonders irritiert: Wie kann es sein, dass meine Augen trocken sind und trotzdem manchmal stark tränen?
Eigentlich klingt das doch widersprüchlich. Sind sie nun zu trocken oder zu feucht?
Genau diese Frage habe ich mir lange gestellt.
Warum trockene Augen paradoxerweise tränen können
Das hat mich wirklich überrascht.
Die Ursache: Wenn die Augenoberfläche austrocknet, empfindet das Auge dies als Reiz.
Als Reaktion produziert es kurzfristig besonders viele Tränen.
Das Problem:
Diese sogenannten Reflextränen bestehen überwiegend aus Wasser. Sie können die Augen zwar kurzfristig befeuchten, enthalten aber zu wenig Fett und Schleimstoffe, um den schützenden Tränenfilm dauerhaft zu stabilisieren.
Deshalb laufen die Tränen oft über die Wange – während sich das Auge trotzdem trocken anfühlt.
Warum Frauen ab 50 häufiger betroffen sind
Ein wichtiger Grund sind – wieder einmal – die Wechseljahre.
Mit sinkenden Östrogenspiegeln verändern sich auch die Tränendrüsen und die Zusammensetzung des Tränenfilms.
Dadurch verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller.
Viele Frauen bemerken deshalb:
- Brennen
- Fremdkörpergefühl
- gerötete Augen
- verschwommenes Sehen
- Lichtempfindlichkeit
Bildschirmarbeit macht alles noch schlimmer
Ich verbringe täglich viele Stunden am Laptop.
Vielleicht ist es dir auch schon mal aufgefallen: beim konzentrierten Arbeiten blinzeln wir deutlich seltener. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr regelmäßig verteilt und die Augen trocknen zusätzlich aus.
Hinzu kommt oft auch trockene Heizungsluft.
Kein Wunder also, dass die Beschwerden oft abends besonders stark werden.
Meine Erfahrung mit Augentropfen
Ich habe zunächst ganz normale künstliche Tränen verwendet, wie sie auch in Drogeriemärkten angeboten werden.
Irgendwann reichten sie mir jedoch nicht mehr aus.
Heute nutze ich intensivere Präparate, die meine Augen deutlich länger befeuchten.
Eine Zeit lang habe ich außerdem Tropfen benutzt, die gerötete Augen schnell wieder weiß erscheinen lassen.
Mich störten die ständig roten Augen, die ich einfach unattraktiv fand. Später habe ich erfahren, dass solche gefäßverengenden Tropfen bei chronisch trockenen Augen keine gute Dauerlösung sind. Sie beseitigen zwar kurzfristig die Rötung, behandeln aber nicht die eigentliche Ursache und können bei häufiger Anwendung sogar problematisch werden.
Was meinen Augen gut tut
Ich habe im Laufe der Zeit einiges ausprobiert.
Besonders hilfreich finde ich:
✅ regelmäßige Bildschirmpausen
✅ bewusst häufiger blinzeln
✅ ausreichend trinken
✅ Luftbefeuchtung im Winter
✅ hochwertige Tränenersatzmittel
Außerdem achte ich inzwischen darauf, längere Bildschirmarbeit immer wieder zu unterbrechen.
Schon wenige Minuten machen oft einen Unterschied.
Kann auch die Ernährung helfen?
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren wird in Studien mit einer besseren Funktion des Tränenfilms in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse sind allerdings nicht eindeutig und ersetzen keine gezielte Behandlung.
Auch ausreichend Flüssigkeit ist wichtig.
Ein Wundermittel gibt es leider nicht.
Wann sollte man zum Augenarzt?
Trockene Augen sind zwar häufig, sollten aber trotzdem ernst genommen werden.
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn:
- die Beschwerden dauerhaft bestehen,
- die Sehkraft nachlässt,
- starke Schmerzen auftreten,
- Lichtempfindlichkeit zunimmt,
- oder Augentropfen kaum noch helfen.
Denn hinter trockenen Augen können auch andere Erkrankungen stecken.
Können warme Kompressen helfen?
Bei vielen Menschen mit chronisch trockenen Augen liegt das Problem gar nicht darin, dass zu wenig Tränen produziert werden, sondern dass die Meibom-Drüsen am Lidrand nicht mehr richtig arbeiten.
Diese kleinen Drüsen produzieren einen Fettfilm, der verhindert, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet.
Wenn der Fettfilm fehlt oder zu zähflüssig ist:
- verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller
- werden die Augen trocken
- entstehen häufig Brennen, Fremdkörpergefühl und auch Reflextränen.
Viele Augenärzte empfehlen bei einer sogenannten Maibom-Drüsen-Dysfunktion:
- warme Kompressen
- sanfte Lidmassage
- und eine gründliche Lidrandpflege
Hierdurch soll erreicht werden, dass das zäh gewordene Sekret in den Drüsen verflüssigt wird und sich der natürliche Fettfilm des Tränenfilms verbessert.
Ich selbst habe diese Methode bisher noch nicht ausprobiert. Da ich tagsüber meist Wimperntusche trage, lässt sie sich für mich nicht so einfach in den Alltag integrieren. Vielleicht werde ich sie künftig einmal abends testen.
Lidrand-Massage – so geht´s
- Hände waschen: Reinige deine Hände gründlich mit Seife.
- Wärme (optional, aber ideal): Die Massage funktioniert am besten, wenn das Sekret vorher verflüssigt wurde. Lege vor der Massage für 3 bis 5 Minuten eine warme Kompresse, ein aufgewärmtes Kirschkernkissen oder eine spezielle Augen-Wärmemaske auf.
- Augen leicht schließen
- einen Finger oben unterhalb der Augenbraue ansetzen
- Finger mit sanftem Druck nach unten bis zum Wimpernkranz bewegen
- von außen nach innen über die gesamte Breite des Oberlids wiederholen (ca 5-mal pro Stelle)
2. Das Unterlid (von unten nach oben)
- schau leicht nach oben
- setze den Finger unten am Lidansatz an (auf dem Knochen der Augenhöhle)
- streiche mit sanftem Druck nach oben bis zum unteren Wimpernkranz
- 5 -mal pro Stelle wiederholen, von innen nach außen
So kannst du deine Augen unterstützen
- Konservierungsmittelfreie Tropfen: Künstliche Tränen in Einzeldosen oder speziellen Fläschchen (COMOD-System) nutzen, da Konservierungsstoffe die Augenoberfläche langfristig schädigen. [1]
- Hyaluronsäure & Lipide: Tropfen mit Hyaluronsäure spenden Feuchtigkeit. Augensprays oder Tropfen mit Lipiden (Ölen) verhindern, dass die Tränenflüssigkeit am PC zu schnell verdunstet. [1]
- Bewusstes Blinzeln: Regelmäßig und vollständig die Augen schließen, um die Meibom-Drüsen am Lidrand zu aktivieren. [1, 2]
- Hohe Luftfeuchtigkeit: Ein Luftbefeuchter am Schreibtisch oder eine Schale Wasser auf der Heizung hält die relative Feuchtigkeit bei optimalen 40 bis 60 Prozent. [1]
- Bildschirm-Ergonomie: Den Monitor so tief einstellen, dass die Oberkante unter Augenhöhe liegt. Der Blick geht leicht nach unten, wodurch die Lidspalte kleiner bleibt und weniger Tränen verdunsten. [1]
- Omega-3-Fettsäuren: Eine Ernährung mit viel Omega-3 (z. B. aus Leinöl, Walnüssen oder ffettem Fisch) verbessert die Qualität des öligen Tränenfilms von innen heraus.
Das solltest du vermeiden
- Gefäßverengende Augentropfen: Sogenannte „Weißmacher“ gegen rote Augen trocknen das Auge bei dauerhafter Anwendung extrem aus.
- Direkte Zugluft: Ventilatoren, Klimaanlagen oder das offene Autofenster niemals direkt auf das Gesicht richten.
- Langes Tragen von Kontaktlinsen: Weiche Linsen saugen die Tränenflüssigkeit wie ein Schwamm auf. Am PC in den Wechseljahren ist eine Brille deutlich augenschonender.
- Zigarettenrauch: Passivrauch und aktives Rauchen reizen die ohnehin empfindliche Hornhaut massiv.
- Flüssigkeitsmangel: Zu wenig Wassertrinken verringert die körpereigene Produktion von Tränenflüssigkeit.
- Blaulicht-Überdosis: Stundenlanges Starren auf Bildschirme ohne Pausen erschöpft den Muskeltonus und reduziert die Blinzelrate dauerhaft.
Meine Empfehlungen
Wenn du jetzt eine Liste mit zehn verschiedenen Augentropfen erwartest, muss ich dich enttäuschen. Ich habe im Laufe der Zeit zwar einiges ausprobiert, aber am Ende bin ich bei zwei Präparaten geblieben, die für mich am besten funktionieren
1. Konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel
Ich selbst verwende inzwischen intensivere Augentropfen, weil die einfacheren Präparate bei mir nicht mehr ausreichen. Welche Tropfen für dich geeignet sind, solltest du am besten gemeinsam mit einem Augenarzt besprechen.
Hier kannst du dir einmal unverbindlich die beiden frei verkäuflichen Präparate anschauen, mit denen ich sehr gut zurecht komme:
2. Wärmemaske
Ich habe lange nach einer Wärmemaske für meine Augen gesucht. Leider werden die meisten Produkte in China gefertigt – da bin ich bei der Verwendung an meinen Augen einfach skeptisch.
Warum ich diese Wärmemaske mag:
- aus natürlichen Materialien gefertigt
- Füllung aus Leinsamen
- Deutsches Medizinprodukt
Möglichweise ein Nachteil:
die Maske muss vor der Anwendung in der Mikrowelle erwärmt werden
3. Luftbefeuchter
Seit ich einen Luftbefeuchter verwende, habe ich weniger stark unter meinen trocknen Augen zu leiden. Ich verwende ihn im Schlafzimmer und auch in meinem Arbeitszimmer in Schreibtischnähe.
Was ich an diesem Gerät mag:
- es ist optisch ansprechend
- es arbeitet leise
- es befeuchtet die Raumluft effektiv
- er versprüht einen feinen, angenehmen Nebel
Was ich künftig selbst ausprobieren möchte
- □ warme Kompressen
- □ Lidrandmassage
- □ bewusst häufiger blinzeln
- □ regelmäßige Bildschirmpausen
Mein persönliches Fazit
Früher dachte ich, trockene Augen seien einfach eine lästige Begleiterscheinung des Älterwerdens.
Heute weiß ich:
Man muss sich damit nicht einfach abfinden.
Ich habe zwar meine perfekte Lösung noch nicht gefunden.
Aber ich habe gelernt, meine Augen ernster zu nehmen.
Dazu gehört für mich inzwischen auch, regelmäßig Pausen am Bildschirm einzulegen und die richtigen Augentropfen zu verwenden.
Und wenn meine Augen einmal wieder stärker tränen, weiß ich inzwischen:
Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie genug Feuchtigkeit haben.
Manchmal ist genau das Gegenteil der Fall.
FAQ zu trockenen Augen ab 50
Warum tränen trockene Augen?
Weil gereizte Augen als Schutzreaktion vermehrt wässrige Reflextränen bilden. Diese stabilisieren den Tränenfilm jedoch meist nicht dauerhaft.
Werden trockene Augen durch die Wechseljahre verursacht?
Die hormonellen Veränderungen können die Zusammensetzung des Tränenfilms beeinflussen und trockene Augen begünstigen.
Helfen künstliche Tränen dauerhaft?
Sie können die Beschwerden lindern. Welche Tropfen geeignet sind, hängt von der Ursache und dem Schweregrad ab. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.
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Über die Autorin
Melanie beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Themen Longevity, Ernährung und gesundes Altern für Frauen ab 50. Auf StayYoung50up veröffentlicht sie wissenschaftlich recherchierte Beiträge, ergänzt durch eigene Erfahrungen aus dem Alltag. Sie ist außerdem Autorin des Buches Stay Young – Longevity für Frauen ab 50.
Mehr über Melanie